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Oktober & April

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Best of 2001-2009

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Borwin Bandelow: Berühmt durch Borderline


 

... All my life I`ve been standing on the borderline ...

diese Worte findet man im Song "Time To Burn" wieder. Dieser Textauszug ist nur einer von vielen Songs, die doch einen sehr melancholischen und düsteren Klang haben. Aber diese Art von Texten ist es auch, was The Rasmus ausmachen.

Das folgende Interview mit Borwin Bandelow ist sehr interessant zu lesen und man kann hier einen Bezug auf sämtliche gute Bands feststellen, auch The Rasmus fällt hier darunter.
Interview:
Man wird leichter berühmt, wenn man einen Psycho-Defekt hat, sagt der Göttinger Psychiater Borwin Bandelow. In seinem Buch „Celebrities - vom schwierigen Glück, berühmt zu sein“, hat er das Seelenleben von Stars wie Robbie Williams unter die Lupe genommen.

Professor Borwin Bandelow, Jahrgang 1951, ist Psychiater und Professor in Göttingen, wo er an der Uniklinik die Angst-Ambulanz leitet. Wegen seiner populärwissenschaftlichen Bücher (Das Angstbuch - Woher Ängste kommen und wie man sie bekämpfen kann, Das Buch für Schüchterne - Wege aus der Selbstblockade), vor allem aber wegen „Celebrities - vom schwierigen Glück, berühmt zu sein“ ist er beliebter Experte in Talkshows und People-Magazinen. Barbara A. Cepielik sprach mit ihm.

KÖLNER-STADT-ANZEIGER: Herr Professor Bandelow, ich hätte erwartet, dass in Ihrem Büro Starposter hängen, sich Klatschmagazine stapeln . . . sieht aber ganz nüchtern aus!

BORWIN BANDELOW: (schließt die Türen von Aktenschränken) . . . und das, was Sie sehen, dürfen Sie auch nicht sehen wegen des Datenschutzes.
Trotz aller Ordnung: Amy Winehouse müsste ihr Lieblingsstar sein - weil sie alle Bedingungen erfüllt, die sie für Sie interessant macht. Sie ist Star, sie ist begabt - und süchtig.

BANDELOW: Sie werden sich wundern, als ich gehört habe, dass es da eine Künstlerin gibt, die magersüchtig ist, die sich die Arme aufschneidet und heroinabhängig ist. Da habe ich gedacht: Da kaufst du dir doch mal die CD. Und es war ein Volltreffer, sie hat mir gleich gefallen. Ich habe sogar eine zweite CD angeschafft, was selten passiert.

Ihre Kernbehauptung ist ja, dass nicht das Berühmtsein bei Stars zu psychischen Problemen, Sucht und Exzentrik führt, sondern umgekehrt erst das Verrücktsein - streng klinisch: das Borderline-Syndrom - einem Weg zum Starsein ermöglicht.

BANDELOW: Ja, und diese Idee habe ich schon sehr, sehr lange. Als ich als Student in einer Band spielte und andere Musiker kennenlernte, von denen viele psychische Probleme hatten und Drogen nahmen - schon da habe ich mich gewundert. Darüber, dass ausgerechnet Leute, die manchmal zwischen Leben und Tod schwebten - dass die am besten singen oder Saxophon spielen konnten. Das war eine Diskrepanz, die ich damals nicht verstanden habe. Später, als ich Psychiater wurde, lüftete sich der Vorhang . . .

Ich frage mich, wie jemand, der in der Psychiatrie arbeitet, darauf kommt, sich mit Stars zu befassen. Da hat man ja im normalen Berufsleben schon genug Theater. Oder brauchten Sie nur einen Vorwand, Klatschblätter lesen zu können?

BANDELOW: Das gebe ich durchaus zu. Ich habe schon immer gerne die Leute-Spalte im „Göttinger Tageblatt“ gelesen, jetzt lese ich „Die Bunte“, „Gala“ und so, da finde ich meine Theorien so schön bestätigt. Ich wundere mich nur, dass noch kein Psychiater vor mir diesen Zusammenhang gesehen hat, der so offensichtlich ist. Die Fakten sind ja bekannt, doch man zieht die falschen Schlüsse daraus. Man denkt, die Stars nehmen Drogen, sind depressiv, unternehmen Selbstmordversuche, weil sie berühmt geworden sind und damit nicht fertig werden. Winehouse ist ein gutes Beispiel, sie ist von der Schule geflogen, hatte Drogen- und Alkoholprobleme, bevor sie ihre erste Platte gemacht hat. Robbie Williams genauso, der . . .

. . . . ist in einer Kneipe groß geworden . . .
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